22. Mai 2014

[Rezension] Die chinesische Sängerin


Inhalt:
"Seit dem Tag, an dem der leblose Körper seiner Mutter aus dem Haus getragen wurde, lebt William Eng im Waisenhaus. Als er im Kino die schöne Sängerin Willow Frost sieht, ist er überwältigt. Täuschend ähnlich sieht sie seiner Mutter. Entschlossen, den fernen Filmstar aufzuspüren, läuft er fort, schlägt sich auf den Straßen Seattles durch, sucht sie in Theatern und Lichtspielhäusern. Er muss Willow Frost finden. Er muss beweisen, dass sie seine Mutter ist, und endlich erfahren, was damals passierte. Vor dem Hintergrund der Großen Depression im Seattle der dreißiger Jahre hat Jamie Ford einen berührenden Roman über einen Jungen geschrieben, der nicht aufhört, an die Liebe seiner Mutter zu glauben, der alles wagt, um sie wiederzufinden."

Ein Waisenjunge, der seine tot geglaubte Mutter Liu Song als berühmten Filmstar im Kino gesehen zu haben und sich zur Zeit der Großen Depression versucht alleine zu ihr durchzuschlagen... Das klingt nach Stoff für einen herzzerreißenden, aber auch bestimmt herzerwärmenden Roman. Und das war dieses Buch auch, doch es war so anders als ich es mir vorgestellt habe! 
Der Fokus liegt eigentlich nur zu Beginn des Buches auf der verzweifelnden Suche von William nach seiner Mutter, der Großteil des Buches erzählt ihre Geschichte. Das Buch erzählt über das traurige Schicksal einer jungen Chinesin, die in Chinatown von Seattle zu Zeiten der Großen Depression in den USA spielt. Ich habe wirklich mit ihr gelitten und ihr die glücklichen, verliebten Momente wirklich gegönnt. Doch leider war das Glück in ihrem Leben nicht von langer Dauer, bis William in ihr Leben kommt und sie endlich bedingungslos Lieben kann. Aber auch nach seiner Geburt hört das Leiden für sie nicht auf.
Wenn der Autor von William und seiner Mutter erzählt wurde mir richtig warm ums Herz, sie ist sein ein und alles und doch lässt sie ihn alleine? Das ist die große Frage die den Leser durch das Buch hinweg begleitet. Und vor allem: Ist Willow Frost wirklich seine Mutter, oder ist sie doch damals gestorben? Ich war mir wirklich bis zur Enthüllung ihrer Identität unsicher gewesen!

William ist für sein Alter sehr reif und auch nachdenklich, so ganz anders als man von einem 12jährigem erwarten würde. Erst hielt ich es für sehr unrealistisch, doch dann wurde mir klar was er schon alles in seinem jungen Leben, und vor allem im Waisenhaus, durchmachen musste. Der Alltag der Waisenkinder war wirklich kein Zuckerschlecken und ich war teilweise wirklich perplex zu welchen Mitteln die guten, christlichen Nonnen doch damals zu Erziehungsmaßnahmen griffen. Andererseits muss man bedenken was für eine Situation damals herrschte... die Waisenkinder waren um vieles besser dran als viele, viele andere Menschen!

Seine Mutter - Liu Song - so eine zarte, zerbrechliche und liebenswürdige Persönlichkeit. Sie hatte in ihrem Leben so viel zu durchleiden, das es mir für ein Buch eigentlich schon zu viel war. Wenn man denkt: "Ok jetzt hat sie dieses schwere Hindernis hinter sich, da geht es doch jetzt bergauf."! Hat sie den nächsten Stolperstein vor die Füßen geworfen bekommen, da hätte ich mir etwas mehr Ausgewogenheit gewünscht. Zwar ist so ein Schicksal durchaus realistisch, aber für ein Buch war mir das zu viel... denn, kann eine Frau so etwas wirklich alleine durchleben?

Die Geschichte von William und seiner Mutter hat mich durchweg gefesselt, zwar gab es hier und da kleine Längen die aber schnell von unerwarteten Ereignissen und plötzlich auftretenden Wendungen überschattet wurden. Besonders ein Ereignis, ein Schicksal eines Waisenkindes hat mich besonders berührt... wer das Buch gelesen hat weiß von wem ich rede. *seufz*

Sehr gut gefallen hat mir die Tatsache, dass der Autor viele Informationen rund um die damalige Zeit und allgemeines Zeitgeschehen der 30er Jahre mit in seine Geschichte hat fließen lassen. Auch der Einblick in das damals immer größer werdende Kino-Geschäft hat mich sehr interessiert!

Fazit:
Ein schönes, berührendes Buch bei dem der ein oder andere doch mal ein Taschentuch bereithalten sollte. ;)
Ich vergebe 8 Punkte, da es mir zwar sehr gut gefiel, aber es mich doch nicht hunderprozentig umhauen konnte.

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