8. Mai 2014

[Rezension] Die Rose von Florenz


Inhalt:
"Venedig 1563: Die 15-jährige Bianca Cappello flieht mit ihrem Geliebten nach Florenz, um dem Zorn ihres Vaters zu entgehen. Zufällig begegnet ihr Francesco de Medici, der Sohn des Herzogs, der ihr den Hof macht. Bianca ist geblendet vom Glanz der Medici und lässt sich in einen Strudel von Liebe, Macht und Intrigen ziehen. Ihre Hofdame Mafalda steht ihr immer zur Seite. Doch welchen Einfluss kann sie noch auf die starke, junge Frau ausüben? Nach wahren Begebenheiten."

Dieser Historische Roman von Autorin Ingrid Kretz bietet dem Leser einen authentischen und interessanten Einblick in das Leben zweier Frauen aus verschiedenen Lebensverhältnissen, die unterschiedlicher nicht sein könnten! Der Schreibstil der Autorin ist sehr schön zu lesen und man kann sich alles sehr bildhaft und detailliert vorstellen und direkt in eine vergangene Zeit eintauchen.
Im Allgemeinen kam mir der Roman neben der Hauptstory rund um Mafalda und Biancas Beziehung zu Francesco sehr gut recherchiert vor, man hat ganz nebensächlich noch einige informative Dinge über die damalige Zeit in Florenz und Italien erfahren, das hat mir sehr gut gefallen. Natürlich ist vieles erdacht im Sinne von "Was könnte gewesen sein?" und ich finde es in diesem Buch sehr schön und auch denkbar gelöst!

Mafalda habe ich von Beginn an sehr gerne gemocht, sie tat mir sehr leid da sie unter den damaligen Zuständen zu leiden hatte und ins Kloster abgeschoben wird, durch Zufall trifft sie auf Bianca Capello bei der sie angestellt wird und dem Klosterleben entkommen zu können.
Bianca ist ein sehr interessanter und vielschichtiger Charakter mit dem ich so meine Höhen und Tiefen hatte was die Zuneigung angeht, Anfangs noch das Liebe, naive Mädchen das mit ihrem Geliebten flieht, zur einsamen, ärmlichen und traurigen Mutter einer Tochter und einem nicht sehr liebenswerten Ehemann und dessen schrecklichen Eltern, zur reichen und verwöhnten Dame die jeden erdenklichen Luxus besitzt und ihre Tochter vernachlässigt. Gerade dann verliert sie einen Großteil meiner Zuneigung, da sich ihr Charakter sehr zum Schlechten ändert und sehr wankelmütig ist.

Mafalda, die zu Zeit als Bianca noch in ärmlichen Verhältnissen lebte kennengelernt hatte und sich mit ihr anfreundetet, bleibt ihr die ganze Zeit eine treue Freundin, Vertraute und auch Beraterin. Sie will nur das Besten für die junge Frau doch die macht ihr es mit ihrem Verhältnis zu Francesco de Medici und anderen verrückten Vorhaben nicht gerade leicht. Ich habe mich gerade für ihre Momente des Glücks und auch für ihrem eigenen Weg was ihrem Glauben angeht sehr gefreut, da sie es nicht immer einfach hatte.

Im Großen und Ganzen hat mir dieser Roman sehr gut gefallen, nur leider drehten sich die Geschehnisse ab einem gewissen Punkt immer um das selbe Thema: Bianca und Francesco treffen sich, Francesco ist weg und Bianca macht sich Gedanken, Bianca geht auf Gesellschaften, Bianca und Francesco treffen sich... ich hätte mir gewünscht das einfach etwas mehr passiert wäre. Aus diesem Grund hat sich die Geschichte für mich an manchen Stellen etwas gezogen. Zum Beispiel hätte man etwas mehr auf den Glaubenskonflikt zwischen Katholiken und den Anhängern Luthers eingehen können und das mehr in den Lauf der Geschichte einflechten können. Das hätte das ganze noch etwas mehr Würze gegeben!
Was ich auch sehr Schade fand war die Tatsache das im Laufe der Geschichte Mafalda in meinen Augen immer weiter in den Hintergrund tritt und sehr wenig Beachtung in der Geschichte bekommt, sie ist halt einfach da und nimmt so gut wie keinen großen Einfluss mehr auf die Handlung gegen Ende des Buches.

Fazit:
Ein schöner und vor allem authentischer Historischer Roman im Italien des sechzehnten Jahrhunderts, der mir trotz Schwächen gut gefallen hat und den ich dennoch gerne an Fans von Historischen Romanen mit starken Frauen in der Hauptrolle weiterempfehle! Ich vergebe 7 Punkte!

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