11. Januar 2015

[Rezension] Das Haus Komarow

Inhalt:
"Unzählige Jahre des Krieges lasten auf Deutschland, das nur noch der unbedeutende Teil eines riesigen russisch-europäischen Zarenreichs ist. Technologie ist verschwunden, soziales Leben findet nicht mehr statt und die Bevölkerung leidet. Die Polizeigewalt wird von Söldnern ausgeübt, die im Dienste von Versorgerclans stehen und ihre Macht ausnutzen, um die Menschen zu terrorisieren. Erst als einem dieser Clans, dem Hause Komarow, die Herrschaft über das deutsche Gebiet zugesprochen wird, keimt Hoffnung auf. Nach dem heimtückischen Mord am Oberhaupt der Familie liegt es an einem einzigen Mann, diese Hoffnung nicht sterben zu lassen ..."

Als erstes möchte ich dem Autor Axel Saalbach ganz herzlich danken, da er mir dieses Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat!

In meiner "Leselaufbahn" hab ich schon die eine oder andere Dystopie gelesen und war auch meistens total begeistert... dieses Mal hatte ich allerdings eine Dystopie vor mir, die tatsächlich mal in Deutschland spielen sollte, statt in den weit entfernten USA. Deshalb war ich vorher besonders gespannt, wie mir die Geschichte gefallen würde!

Und ich kann sagen: Mir hat das Buch sehr gut gefallen!
Man wird als Leser direkt am Anfang in eine düstere, trostlose Welt katapultiert, in der die Menschen nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind. Der Autor hat es geschafft mich von Anfang bis zum Ende bei der Stange zu halten. Die Story an sich bleibt interessant durch die verschiedensten Wendungen und auch Überraschungen - die ich sehr oft einfach nicht erwartet habe! - und natürlich auch durch die unterschiedlichen & vielseitigen Charaktere.
In disem Buch kommen sehr viele verschiedenen Komponenten zusammen, die der Autor zu einer sehr guten und stimmigen Mischung zusammengefügt hat!

Ich fand es auch ganz besonders interessant, dass der im Buch behandelte Teil von Deutschland in Russischer Herrschaft war... das lässt einen natürlich nachdenken wie realistisch das eigentlich ist... und man kann sagen: so unrealistisch ist es ganz und gar nicht...

Den Schreibstil des Autors empfand ich persönlich sehr angenehm und flüssig zu lesen. Hätte ich nicht von vorneherein gewusst, das dieses Buch ein Erstlingswerk ist, ich hätte es nicht bemerkt. Denn die Geschichte war durchdacht und die Idee sehr gut ausgearbeitet, auch sprachliche Schwächen waren für mich nicht erkennbar. Wie erwartet bin ich beim Lesen ab und an über die Russischen Namen & Bezeichnungen gestolpert, aber das ist nicht weiter schlimm. :)
Ich habe nur irgendwann gegen Ende bemerkt, dass ich einen Namen die ganze Zeit falsch gelesen hatte...^^

Neben dem vielen Lob hab ich dann leider noch einen klitzekleinen Kritikpunkt anzumerken, denn mir hat etwas mehr Hintergrundwissen zur Welt und den Hintergründen bzw. der Vergangenheit gefehlt d.h. wie es zu dem Krieg kam, was währenddessen passiert ist und natürlich auch: was ist mit dem Rest der Welt? Aber das "wenige Wissen" macht nach ein bisschen Nachdenken dann in gewisser Weise doch wieder Sinn, da ein Großteil der Menschen in diesem Szenario eben über wenig Wissen verfügen und so gut wie nichts erfahren, was außerhalb ihrer unmittelbaren Umgebung passiert.

Fazit:
Ein durchweg gelungener dystopisch-spannender Debutroman, der meiner Meinung ein absolutes Potential für eine Fortsetzung hat! Ich vergebe 9 Punkte und kann dieses Buch absolut weiterempfehlen. :)

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