17. August 2015

[Rezension] Liebe und Zorn - Im Bann der Shinto-Götter

Inhalt:
"Gefährliche Naturkatastrophen suchen Mei Kunos Wahlheimat Kyōto heim. Noch verrückter ist, dass plötzlich der attraktive Chinese Tián Shén vor ihrer Tür steht und behauptet, vom Donnergott Raijin besessen zu sein. Dieser bestraft die Menschen mit den Katastrophen nach der Umwidmung eines Schreins. Bei dem verzweifelten Versuch, die neue Widmung rückgängig zu machen, kommen Mei und Tián sich näher. Dass sich in dem jungen Mann der dominante Donnergott meldet, wenn sie in seinen Armen liegt, ist nicht Meis einzige Sorge. Das Ende der Unwetter droht auch das Ende ihrer frischen Liebe zu sein – und stellt die Japanerin vor die Entscheidung ihres Lebens."

Vielen Dank an die Autorin An Lin, die mir ihr Buch netterweise zur Verfügung gestellt hat!

Bei diesem Buch ist mir als erstes das Cover aufgefallen, es ist einfach nur toll! Wäre ich in einem Laden darübergestolpert, hätte ich es sofort in der Hand gehabt und wahrscheinlich auch sofort mitgenommen. *grins*
Dann habe ich mit wachsender Begeisterung den Klappentext gelesen und ich wusste: "Jep das Buch MUSS ich unbedingt lesen!".
Die Idee hinter der Geschichte im Allgemeinen, dass sich die Story in Japan abspielt und das die Götterwelt Japans behandelt wird fand ich wirklich toll und interessant.
Es hat mir außerdem sehr gut gefallen, dass die Autorin es schafft ihr Wissen um Japan und dessen Kultur in die Geschichte mit einfließen zu lassen und sie so dem Leser näher zu bringen.
Zu diesem Lob muss ich dann aber doch noch etwas Kritik hinzufügen: Das die Autorin der japanischen Sprache mächtig ist wusste ich vorher schon und auch während des Lesens wurde es einem schnell klar. Denn so einiges, was von den Charakteren gesagt wird, ist auf japanisch. Und ich muss ehrlich sagen, dass es mir irgendwann einfach zu viel war. Nur so ein bisschen, hin und wieder für die generelle Stimmung im Buch, finde ich ja noch ok. Aber es war schon so viel, dass ich manchmal einfach das Gefühl hatte was zu verpassen und das Buch nicht in seinem vollen Umfang genießen zu können... manchmal stand die Übersetzung hinten dran, aber meistens kann man nur raten um was es gerade geht. Und es gab außerdem viele Begriffe, die in einem Glossar am Ende des Buches besser aufgehoben wären- Ich persönlich würde zwar sagen, dass ich mich ganz gut auskenne, trotzdem stolperte ich hier und da noch über Wörter, von deren Bedeutung ich nicht gänzlich sicher war. Ich stelle mir das für jemanden, der mit Japan nun gar nichts am Hut hat wirklich sehr schwierig vor in der Geschichte Fuß zu fassen.

Der Schreibstil der Autorin hat mir zwar ganz gut gefallen, aber ich war selten wirklich vom Buch gefesselt. Oft habe ich ein oder auch zwei Kapitel gelesen und habe das Buch dann schon bald wieder weggelegt. obwohl ich im Urlaub war und noch massig Zeit zum weiterlesen hatte... und das ist bei mir meistens ein schlechtes Zeichen.
Durch Meis innere Monologe ausmachen gab es leider viele Längen. Verstärkt wurde das dann noch durch abschweifende Erzählungen zum Beispiel aus Meis Vergangenheit.
Was mich leider im Verlauf der Handlung immer mehr gestört hat, war Meis ständiger Schwärmerei von Tian. Wie perfekt er doch ist, wie toller doch aussieht, wie schlau er ist und so weiter. Sogar wenn es um was anderes geht, schleicht sich ständig eine kleine Anmerkung rein, was an Tian grade so toll ist. Das war mir einfach zu viel!

Außerdem gab es mehrfach zeitliche Sprünge in der Handlung, die meiner Meinung völlig unpassend eingefügt wurden und so den Leser verwirren und bei mir den Lesefluss gestört haben.
An manchen Stellen, besonders wenn grade viel passiert ist und es in der Story hektisch wurde hatte ich manchmal Probleme zu folgen bzw. hätte mir mehr Details gewünscht, da ich es mir nicht so wirklich vorstellen konnte.
Ich weiß nicht genau wie ich es sagen soll... aber der rote Faden der Story wird durch die inneren Monologe, die Schwärmereien und die Sprünge irgendwie "ausgefranst" um es bildlich zu beschreiben.

Grundsätzlich konnte ich Mei gut leiden, aber irgendwie konnte ich mich nicht wirklich in sie hineinversetzen und vieles was sie tat nicht nachvollziehen. Vor allem aber konnte ich ihre absolute Besessenheit von Tian und die Liebe zwischen den beiden nicht nachfühlen, das kam bei mir als Leser leider nicht an. Ja Tian... der so perfekte Tian, das es mir schon aus den Ohren raus kam. ;)
Ich weiß nicht, er war mir einfach nicht "greifbar" genug. Durch Raijins Einfluss lernt man ihn einfach nicht genug kennen.
Der Konflikt zwischen Tian und dem Donnergott hätte für meinen Geschmack von der Autorin besser ausgearbeitet werden können. Zum Beispiel hätte der innere Konflikt in Tians Kopf aus seiner Sicht etwas beschrieben werden können, einfach um es dem Leser näher zu bringen und etwas mehr Spannung zu erzeugen.

Leider gab es neben den Protagonisten leider auch keine anderen Charaktere, die ich in mein Herz hätte schließen können... diese blieben viel zu blass und bedeutungslos.
Aber ich muss sagen, dass ich Raijin wirklich gerne mochte. Obwohl er ein rachsüchtiger, auf der Erde wütender Gott ist... war er mir doch irgendwie sympathisch.

Aber: dieses Ende!!! Oh man da hat mich die Autorin nochmal gekriegt! Ich saß mit großen Augen da und dachte mir nur "Neee das kann sie nicht machen?!" :D
Ein wirklich fieser, aber guter Cliffhanger, der mich nun doch sehr neugierig gemacht hat wie es weitergeht!

Ich finde es wirklich Schade, dass mich das Buch weder wirklich begeistern, und durch die viele Kritik, die ich leider habe noch hunderprozentig überzeugen konnte... denn das hatte ich mir wirklich gewünscht! Gerade auch weil mir die Autorin An Lin sehr sympathisch ist. Dennoch spiegeln meine Rezensionen meine Meinung ehrlich wieder, ich will das was ich denke nicht verschweigen. Ich hoffe und wünsche mir, dass sie aus meiner Rezension vielleicht etwas für sich und ihre Arbeit mitnehmen kann und ja, ich hoffe natürlich das sie meine Meinung vielleicht auch nachvollziehen kann!
Ohne jetzt zu aufdringlich sein zu wollen:
Liebe An Lin: Es wäre wirklich toll, wenn du zuliebe deiner Leser und in dem Zuge natürlich auch dir und deinem Werk zuliebe einen Glossar (und vielleicht auch Übersetzungen der japanisch gesprochenen Zeilen) dem Buch hinzufügen könntest. Ich denke das sollte gerade im eBook-Zeitalter kein Problem sein und wird zukünftige Leser sicher erfreuen. :)

Entschuldigt meine Ausschweifungen hier am Ende, aber ich hatte grade aus welchen Gründen auch immer das Bedürfnis mich etwas zu Äußern und an die Autorin direkt ein paar Worte zu widmen.

Fazit:
Ich hatte eine wirklich hohe Erwartung an das Buch, die leider nicht erfüllt wurde. Den zweiten Teil werde ich dank dem überraschenden Ende aber doch noch lesen. ;)
Letztendlich vergebe ich 6 Punkte!

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