30. November 2015

[Rezension] Ödland: Erstes Buch - Der Keller

Inhalt:
"Die Welt, wie wir sie kannten, existiert nicht mehr. Sie ging vor vierzig Jahren unter. Aus Ressourcenknappheiten wurden Verteilungskämpfe, aus regionalen Konflikten Flächenbrände. Das Kartenhaus Zivilisation brach zusammen. Vom Land und von den Städten blieben nur Wüsten und Ruinen übrig: Das ÖDLAND.
Die Überlebenden rotteten sich zusammen und zogen sich in abgeschiedene Enklaven zurück, in versteckte Keller, alte Bergwerke, verbarrikadierte Dörfer und unzugängliche Stadtteile, versuchten nicht entdeckt zu werden und zu überleben.
Denn durch die verwüsteten Landstriche zogen bewaffnete Banden. Auf der Suche nach Essbarem griffen sie jeden an, der ihnen in die Quere kam und machten das Ödland zu einem Ort, den niemand freiwillig betrat. 

Mega, ein neunzehnjähriges Mädchen, wächst in einer Enklave auf. In einem Heizungskeller unter einer verfallenen Universität. Die junge Frau hat einen Traum: Eines Tages will sie den Keller verlassen und die Welt erkunden, denn die muffige Enge lässt sie die Betonmauern hochgehen und das ewige Stillsein und Verstecken entspricht überhaupt nicht ihrem Wesen."

Vielen Dank zuallererst an Christoph Zachariae, der mir sein Buch zur Verfügung gestellt hat!

Der Autor schaffte es von Anfang bis Ende eine authentische Atmosphäre für seine Dystopie zu schaffen und auch aufrecht zu erhalten!
Während des Lesens wirkte alles so bedrückend und düster... allgemein hatte man das Gefühl, dass um jede Ecke eine Gefahr lauern könnte. Das war  natürlich auch für die Spannung ein dickes Plus und es war wirklich fesselnd Megas Erlebnissen zu folgen und mitzufiebern.

Die Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung der Bewohnder des Kellers und auch der anderen Ödland-Bewohner, hat mich wirklich getroffen. Denn der Überlebenskampf der wenigen noch lebenden Menschen, anders kann man ihr Leben nicht nennen, ist wirklich heftig. Allerdings würde ich es in so einer Zukunftsvision als durchaus realistisch einschätzen. Da will man gar nicht weiter drüber nachdenken, ob und vor allem wann es in Wirklichkeit auch passieren könnte...

Mega ist ein wirklich toller Charakter! In sie konnte ich mich sehr gut hineinversetzen und ihre Beweggründe bzw. Entscheidungen nachvollziehen... natürlich liegt um sie noch ein großes Geheimnis, das noch nicht gelüftet wurde. Ich habe gehofft noch mehr von ihrer Vergangenheit zu erfahren, aber dazu kamen wir in Teil eins nicht... das kommt dann wohl in den Folgebänden. ;)

Etwas schwierig fand ich, dass es (zumindest aus meiner Sicht) keine ersichtliche Verbindung zwischen den beiden Erzählstränge gab.
Dazu eine kurze Erklärung: Es gibt zwei Erzählstränge, in dem einen ist Mega im Fokus und in dem anderen Hagen. Hagen ist auch ein sehr interessanter und tiefgründiger Charakter, über den wir hoffentlich noch mehr erfahren werden.
Und in irgendeiner Weise gibt es eine Verbindung zwischen den beiden, aber die genauen Umstände wurden nicht aufgelöst. Dem Leser ist nur bekannt, dass Mega auch in Hagens "Welt" auftaucht.

Fazit:
Eine wirklich tolle, düstere Dystopie, welche durchaus mal brutal sein kann und nicht unbedingt für schwache Nerven geeignet ist. ;)
Ich bin sehr gespannt auf die Fortzsetzung und vergebe 9 Punkte!

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