11. November 2015

[Rezension] Thymios - Das Herz des Kriegers

Inhalt:
"Thymios, ein Bauernjunge aus dem antiken Griechenland, verliebt sich unsterblich in die Nachbarstochter Mia. Doch eines Tages werden die beiden versklavt. Thymios gelingt die Flucht und er lernt bei einem alten verstoßenen Kämpfer Spartas, ein Krieger zu werden. Jahre später bricht Thymios auf, um Mia zu suchen und aus den Klauen des Tyrannen zu befreien, der sie zur Frau auserkoren hat und Thymios‘ Heimatdorf erobern will. Aber der junge Thymios kennt keine Furcht und zettelt eine Schlacht an, mit der die siegesgewohnten Spartaner nicht mal im Traum gerechnet hätten …"


Vielen Dank an den Riverfield Verlag, der mir das Buch von Lisa Schneider zur Verfügung gestellt hat!

Da dieses Buch an ein eher jüngeres Zielpublikum gerichtet ist - was ich zwar wusste und mich darauf eingestellt habe - hatte ich Anfangs Schwierigkeiten richtig in die Geschichte und deren Dramatik und Spannung einzutauchen. Die von der Autorin verwendeten Sprache und ihr Schreibstil habe ich zuerst als etwas holprig und nicht ganz flüssig empfunden, aber als die Geschichte Fahrt aufgenommen hat, war ich bald von Thymios Welt gefesselt und konnte dem Geschehen mitfiebern!

Der Leser beginnt die Reise mit dem jungen Bauernjungen und endet mit einem mutigen und willensstarken Krieger - diese Charakterentwicklung mitzuverfolgen fand ich wirklich spanned und gelungen dargestellt! Leider wurde nicht allzu viel darauf eingegangen was Mia während ihrer Zeit in Gefangenschaft erlebt, welche Erfahrungen sie macht und wie sie sich entwickelt. Sie blieb mir etwas zu blass für einen so wichtigen Charakter der Geschichte. Ein paar Passagen aus ihrer Sicht, die ihr Werdegang und Gefühlswelt beschreiben, hätte den Leser noch stärker an die Protagonisten gebunden und ihre Rettung als noch wichtiger emfpfunden.

Man merkt beim Lesen des Buchs, dass sich die Autorin sehr viel mit dem Antiken Griecheland, der Kultur und Gebräuchen beschäftigt hat. Sie hat es auch geschafft dieses Wissen gelungen in ihre Geschichte einfließen zu lassen, so dass der Leser einen Einblick in diese Zeit bekommt ohne das es zu viel wird. Teilweise habe ich mich an bekannte Titel wie "300" erinnert gefühlt, aber das ist ja nicht schlecht. ;)
Ganz besonders haben mir die tollen Illustrationen an diesem Buch gefallen! Ein großes Lob an dieser Stelle an den Illustrator Jan Reiser, der mit seinen Bildern die Geschichte rund um Thymios zum Leben erweckt hat.

Als ein wenig unstimmig empfand ich die verwendete Sprache von Thymios, als er noch sehr jung war und seine Gefühle zu Mia bzw. Mia selbst mit einer sehr erwachsenen Sprache beschreibt... das hat mich doch etwas irritiert. Auch das Ende war mir letztendlich etwas zu viel. Ich fand grundsätzlich gut wie die Geschichte ausging, allerdings kam zuletzt noch ein "Tüpfelchen auf dem i" das einfach zu viel des Guten war... allerdings will ich in der Richtung nicht zu viel verraten, deshalb gehe ich nicht ins Detail!

Trotz meiner Kritik haben ich einen rießigen Respekt vor der Leistung der Autorin! Mit vierzehn hätte ich auf keinen Fall so ein tolles Buch schreiben können.
Jetzt als Erwachsener fallen mir natürlich einige Sachen auf, die mir als Kind/Jugendlicher wohl nicht aufgefallen wären. Damals wäre das wohl mein Lieblingsbuch geworden! ;)

Fazit:
Ein tolles Erstlingswerk mit kleinen Stolpersteinchen, das ich aber gerne für jüngere Leser weiterempfehle! Ich bin mir sicher das Lisa Schneider noch eine Menge Potenzial hat und bin gespannt, was sie in Zukunft veröffentlichen wird. Ich vergebe 7 Punkte.

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