30. März 2016

[Rezension] Tribes 01 - Das Heim


Inhalt:
"Es ist das Jahr 2047. Eine Weltregierung ist an der Macht und kontrolliert die Bevölkerung. Der Teenager Sem lebt in einem Waisenheim in der Nähe von Stockholm. Die Kinder werden durch Staatslehrer und Sicherheitspersonal getrimmt, sie sollen alle an Firmen oder Einzelpersonen verkauft werden. Sem ist anders als die anderen im Heim, er merkt, dass etwas nicht stimmt. Doch im Heim ist er unbeliebt. Besonders sein Zimmergenosse Hegard macht ihm den Alltag nicht leichter und lässt ihn immer wieder spüren, wer den Ton angibt. Bis Sem plötzlich Tricy kennenlernt und sich in sie verliebt. Noch ahnt er nicht, dass der Untergrundkämpfer Johannes, der einer ehemaligen Öko-Dorf-Gegenbewegung angehört, auf dem Weg ist, ihn zu befreien. Sem soll mit Johannes' Stamm weiterziehen und gegen das Regime kämpfen. Wird die Befreiung gelingen, und wird Sem es über das Herz bringen, Tricy zurückzulassen?"


Vielen Dank an dieser Stelle natürlich an den Autor Dirk Koeppe, denn er hat mir sein Buch netterweise zur Verfügung gestellt!

Schon nach den ersten paar Seiten hat mich das Buch positiv überrascht! Es war doch weit ernster und düsterer, als ich es anhand des Klappentextes gedacht hatte. Auch dreht sich die Handlung keinesfalls nur um Sem, oder ist nur aus Sem Blickwinkel geschrieben. Nein, das Buch war für mich sehr vielschichtig und vor allem fesselnd! Der tolle Schreibstil von Dirk Koeppe war flüssig und einfach zu lesen, was natürlich der Spannung des Buchs nur zugespielt hat.
Die Geschichte folgt mehreren Erzählsträngen, die alle in gewisser Weise miteinander in Verbindung stehen und auch die Perspektiven wechseln ständig zwischen den verschiedenen Charakteren. Dazu kann ich auch gleich sagen, dass ich die Charaktere durchweg gelungen fand und auch die "Bösewichte" mochte. Ich hoffe mal, dass wir über den ein oder anderen noch mehr erfahren bzw. über die Beweggründe und Hintergründe aufgeklärt werden.

Der Autor hat es geschafft, dass der Leser somit ein besseres Bild von den einzelnen Charakteren, und natürlich auch andere Blickwinkel auf die Geschehnisse, bekommt, ohne Verwirrung auszulösen oder sich in Ungereimtheiten zu verstricken. Man fiebert und rätselt dank dieser gelungenen Perspektivenwechsel von Anfang an mit und versucht herauszufinden auf welche Weise alles zusammenhängt...

Gut gefallen hat mir auch, dass die Zukunftsvision meiner Meinung nach doch relativ nah an der Realität liegt. In Anbetracht der Tatsache, dass es bis 2047 nicht mehr lange hin ist und die Zustände in unserer Welt nun mal sind wie sie sind, war es doch erschreckend zu lesen wie die Bevölkerung kontrolliert wird. Interessant wäre auch mal ein Blick auf andere Länder der Welt, ob die Kontrolle da auch so stark ist und ob es noch viele andere Stämme auf der Welt gibt.

Das Buch hat mir im Großen und Ganzen wirklich sehr gut gefallen, es gibt nur zwei Kleinigkeiten die mich etwas gestört haben. Und zwar gefiel mir das verwendete Element des "Göttlichen" bzw. "Gott" nicht, auf das hin und wieder von den Stammesmitgliedern angespielt wird. Auch da das Buch in der Zukunft und dann noch in Skandinavien spielt... die Skandinavier haben ja (so weit ich weiß) jetzt schon eher wenig mit dem Christentum am Hut. Es ist zwar nicht so das der Leser davon überrolt wird und es ist eher im Hintergrund, aber ein roter Faden wird schon deutlich und ich hätte es ohne das Übernatürliche besser gefunden. ;)
Und dann ist da noch die Beziehung zwischen Sem und Tricy. Die ja in dem Sinne eigentlich gar keine richtige Beziehung ist, da sie nicht wirklich miteinander geredet haben. Die Gefühle, die beide entwickelt haben, kamen mir persönlich etwas zu schnell und waren auch stärker als erwartet.

Fazit:
Das Buch war für mich eine absolute Überraschung! Die Handlung, und das offene Ende, bieten viel Potenzial für eine Fortsetzung. Ich freue mich auf den zweiten Teil und vergebe 9 Punkte!

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