2. November 2016

[Rezension] Das Feuer einer anderen Welt

Inhalt:
"An Saras 17. Geburtstag wird in Düsseldorf das Sternenfest gefeiert. Eine japanische Legende besagt, dass an diesem Tag Wünsche in Erfüllung gehen. Kurzerhand versucht Sara ihr Glück und wünscht sich in die Welt des gutaussehenden Comic-Helden Ryu. Tatsächlich erfüllt sich ihr Wunsch, allerdings anders als gedacht: Ryu landet in der realen Welt. Weil er sich in einen feuerspeienden Drachen verwandeln kann, wird er schnell zur Zielscheibe der Regierung. Verzweifelt versuchen Sara und Ryu, den Wunsch rückgängig zu machen. Doch je gefährlicher ihre Lage wird, umso stärker brennt auch das Feuer zwischen Ryu und Sara. Bleibt ihnen überhaupt noch die Zeit, um sich zwischen einem gemeinsamen und einem ungefährlichen Leben zu entscheiden?"


Als erstes möchte ich Autorin An Lin danken, da sie mir ein weiteres Mal ihr Buch zur Verfügung gestellt hat!

Von An Lin habe ich mittlerweile schon ein paar Bücher gelesen und mir haben sie eigentlich durchweg gefallen. :)
Deswegen hatte ich bei ihrem neuesten Werk doch relativ hohe Erwartungen, da ich der Meinung bin, dass sich ihr Können als Autorin gesteigert hat.
Leider muss ich aber vorneweg sagen: Mir hat das Buch leider nicht gefallen. Ich hab wirklich versucht es zu mögen und positive Punkte für diese Rezension zu finden, aber das ist mir nur in einem gewissen Maße gelungen.

Aber fangen wir einfach mal von vorne an:
Ich hatte leider einen ziemlich holprigen Einstieg, da mir der Schreibstil in diesem Buch nicht zugesagt hat. Die vielen kurzen Sätze ließ die ganze Geschichte wie eine Aufzählung wirken á la "Erst machte sie das, dann machte sie das, etc." Ich habe nichts gegen einen einfachen Schreibstil und eine eher einfache Syntax, aber hier kam es mir leider zu plump vor.
Tatsächlich habe ich schon nach einigen Seiten überlegt abzubrechen, da ich mich überhaupt nicht in die Geschichte, und auch in Saras Gefühlswelt, hineinversetzen konnte. Da es sich allerdings um ein Rezensionsexemplar handelt wollte ich es aber umbedingt komplett lesen, schließlich will ich eine ehrliche Meinung zum ganzen Buch abgeben!

Die Protagonistin Sara empfand ich etwas angstrengend und oft auch naiv. Da die Geschichte in der Ich-Perspektive geschrieben ist, bekommt man alle Geschehnisse nur aus ihrer Sicht präsentiert. Ihre Gedanken wiederholen sich oft und an einigen Stellen gibt es - für mich gefühlt - ewige innere Monologe. Es wäre interessanter geworden, vielleicht mal eine andere Perspektive zu zeigen. Beispielsweise die Perspektive des Militärs! Damit man als Leser deren Vorgehen und Informationen, die sie über Ryu haben, nachvollziehen kann. Außerdem geht es oft um banale Dinge bzw. um Nebensächlichkeiten, welche die Story überhaupt nicht voranbringen.

Um Beispiele zu nennen:
Das sehr ausführlich beschriebene Abendessen mit den Eltern, die dann in der weiteren Geschichte nicht mehr vorkommen. Allgemein gab es keine interessanten Nebencharaktere, das fand ich sehr schade.
Die wirklich detaillierte Beschreibung des Ablauf des Sternenfest: welchen Stift sie auswählt, welches Papier sie auswählt, etc. Das waren für mich einfach zu viele triviale Informationen.
Die Sache mit den Mangas! Ich selbst mag Mangas sehr gerne, aber es war einfach zu viel. Ständig spricht, oder denkt, sie davon wie sehr sie diese doch liebt. Wo ich mir irgendwann dachte: Okay, du magst Mangas, ich habs kapiert! Und es wurde auch seitenweise (zumindest war es bei meinem Reader so) beschrieben was in den Mangas passiert. Das war einfach zu viel des Guten.

Gegen Mitte/Ende des Buches wurde es dann zum Glück besser! Irgendwann war ich dann doch so weit an der Geschichte - und an der Beziehung zwischen Sara und Ryu - interessiert und um wissen zu wollen wie es für die Beiden ausgehen wird! Wie wird es enden? Bleibt Ryu hier? Verlässt er sie? Kann sie vielleicht mit ihm gehen?
Das werde ich natürlich nicht verraten, aber in meinen Augen hat die Autorin das Ende ganz gut gelöst und konnte mich emotional berühren.

Fazit:
"Das Feuer einer anderen Welt" ist für mich wirklich nicht das stärkste Buch aus der Feder der Autorin. Ich bin leider ziemlich enttäuscht und hoffe einfach, dass mich ihre kommenden Werke mehr begeistern können. Leider für mich ein Flop dieses Jahr, ich vergebe 5 Punkte.


Meine Rezensionen zu ihren bisherigen Büchern:

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