17. Juli 2017

[Rezension] Die Küste der Freiheit

Inhalt:
"1775: Als ihr Geliebter Lorenz mit seinem Regiment nach Amerika in den Krieg geschickt wird, ist Anna zutiefst verzweifelt. So verzweifelt, dass sie sich als Schuldmagd in die amerikanischen Kolonien verkauft. Bald schon findet sie sich mit zahlreichen anderen Auswanderern auf einem Schiff in die Neue Welt wieder. Doch der Weg in die Freiheit und zur Liebe ist weit ...""

An erster Stelle möchte ich Autorin Maria W. Peter danken! Auf ihre Einladung hin habe ich an der Leserunde zu diesem Buch auf Lovelybooks teilgenommen und sie hat diese wirklich super betreut und sich überaus aktiv beteiligt und jede Frage beantwortet bzw. ist auf alles direkt eingegangen. Danke für diesen tollen Einsatz.
Ich habe mich schon vor langer Zeit in dieses Cover verliebt und hatte das Buch schon lange auf meiner Wunschliste, deshalb habe ich mich sehr über die Möglichkeit gefreut dieses Buch zu lesen! Eigentlich nehme ich nicht mehr an Leserunden teil (hier erfahrt ihr warum), aber hier habe ich mal eine Ausnahme gemacht und ich bin wirklich froh darum.

Die Reise mit Anna und Lorenz war vieles: aufregend, emotional, spannend... aber vor allem auch lange! Die sowieso schon reichlich vielen Seiten - 880 in diesem Fall - wurden noch etwas durch die Diskussion und das posten der Leseeindrücke in der Leserunde gestreckt. Und ich wünsche mir, wie bei jeder Leserunde, dass ich das Buch lieber in einem Rutsch gelesen hätte um noch mehr in die Geschichte abzutauchen. Aber gut, dass war jetzt nun mal nicht der Fall und ich werde versuchen diesen Aspekt bei der Bewertung außer Acht zu lassen.

Fangen wir einfach mal mit den beiden Protagonisten an: Die Mennonitin Anna und der adelige Lorenz von Tannau! Beides sehr interessante und sympathische Charaktere mit großen Unterschieden. Anna habe ich wirklich für ihre Stärke, ihren Glauben und ihr gutes Herz von Anfang an bewundert. Sie hat so viel ausgehalten und es geschafft sich treu zu bleiben.
Lorenz hat ähnlich viel durchgemacht und das hat ihn nachhaltig verändert und - wie ich finde - zu einem besseren Menschen gemacht, der die Welt nun mit anderen Augen sehen kann. Beide Charaktere fand ich wirklich gelungen und authentisch, mit viel Tiefe, dargestellt und konnte deren Handlungsweisen (meistens) gut nachvollziehen. Es gab nur manchmal so Ausreisser, bei denen ich mir nur an den Kopf langen konnte und mich fragte: Wieso tut er/sie das jetzt?!

Das Werk der Autorin ist wirklich gut recherchiert, das merkt man wirklich an allen Ecken und Enden! Sie schafft es ein durchaus realistisches und authentisches Bild der damaligen Zeit - und deren Geschehnissen und Menschen - zu malen und lässt den Leser darin eintauchen. Gerade die Schilderungen der Schlachten und deren Umgebung fand ich persönlich atmosphärisch sehr gelungen! Am Schreibstil der Autorin habe ich auch überhaupt nichts zu meckern. Der ist wirklich flüssig und außerdem bildgewaltig und unterhaltsam.

Ein bisschen Kritik habe ich dann zum Schluss doch noch. Manchmal kam mir der Gedanke: ok jetzt ist es langsam gut mit den Schicksalsschlägen. Der Leidensweg von Anna und Lorenz ging einfach immer weiter und weiter und ja, es mag wohl zu dieser Zeit realistisch gewesen sein, aber ich konnte nicht anders als zu denken: So viel Unglück kann doch niemand haben? Bei der Länge des Buches hätte es ihm meiner Meinung nach vielleicht gut getan, hier und da etwas zu kürzen.
Und als zweiter Kritikpunkt hätte ich die Zufälle. Manchmal war es doch etwas sehr zufällig wie oft sich Menschen wieder begegnet sind, in so einem großen Land und dann noch in den Wirren des Krieges. Oder die Zufälle, das manche Dinge genau im richtigen Moment passierten... das wirkte dann etwas unrealistisch.

Fazit:
Alles in allen ein sehr gut recherchierter, stimmungsvoller historischer Roman! Ich konnte - während ich mit Anna und Lorenz mitfieberte - noch so einiges lernen und fühlte mich immer gut unterhalten. Ich vergebe 8 Punkte und bin gespannt darauf, weitere Werke von Maria W. Peter zu lesen!

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